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Die zehnte Station der Industrie-Route am Fluss Svitava
Das Gelände der heutigen Zbrojovka entstand 1918 durch den Wiederaufbau der ursprünglichen Textilfabrik Berans’ Söhne, die seit 1894 am Ufer des Flusses Svitava gelegen war. Nach der Gründung der Tschechoslowakischen Republik wurde das Staatsunternehmen Československé závody für die Produktion von Waffen in Brünn gegründet. Zusätzlich zu den ursprünglichen Gebäuden der Firma Beran wurde das Werksgelände entlang der Lazaretní-Straße bis zum Bahndamm an der Česká Třebová erweitert. Es entstand ein riesiger moderner Komplex mit einem interessanten Verwaltungsgebäude am Eingang, in dem sich auch die Wohnung des Werksdirektors befand.
In Zbrojovka wurden neben Waffen für die tschechoslowakische Armee auch Nähmaschinen und Lizenzschreibmaschinen der Marke Remington hergestellt. Außer der eigenen Waffenproduktion wurden in der Fabrik auch deutsche und österreichische Mauser- und Manlicher-Gewehre montiert. In den 1920er Jahren begann die Produktion von Autos der eigenen Marke, zuerst OMEGA und Disk, dann das Auto Z 18. Bis zum Jahr 1930 wurden 2 500 Stück davon produziert. Im Jahr 1935 entstand beispielsweise in Zbrojovka das Volksauto Z 6 Hurvínek. Aufgrund der sich verschlechternden politischen Lage in Europa wurde beschlossen, die Produktion von Automobilen einzustellen und ab 1936 wurden hier nur noch Waffen produziert.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden hier Waffen für die Wehrmacht und die Waffen-SS montiert. Die Rüstungsproduktion führte auch dazu, dass das Fabrikgelände zu einem der Hauptziele der alliierten Luftangriffe auf Brünn wurde und am Ende des Krieges schwer beschädigt wurde. Nach Kriegsende wurde beschlossen, neue Traktoren zu entwickeln. Im November 1945 wurde ein Prototyp des Traktors Zetor Z-25 hergestellt. Der Name Zetor wurde bis heute beibehalten. Er setzt sich aus den Wörtern „Zet“ (der erste Buchstabe von Zbrojovka) und „or“ (das Ende des Wortes „Traktor“) zusammen. Die Produktion von Traktoren wurde nach und nach in die Fabrik in Líšeň verlagert, die sogar in ihren Namen den Namen des ersten Traktors übernahm.
In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wird die Produktion von Waffen schrittweise reduziert und auf die Produktion von Kommunikations- und Computertechnik umgestellt. Nach 1989 verschwand das marode Unternehmen vollständig. Derzeit befindet sich das gesamte Gebiet in Privatbesitz, und es wird dort der Bau des Wohn- und Verwaltungsviertels Nová Zbrojovka geplant. Die Revitalisierung sieht den Erhalt einiger ursprünglicher Fabrikgebäude und deren Umwandlung in Wohnraum vor.
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