Das Zuchthaus überschneidet!

DAS ZUCHTHAUS LEBT

Das Zuchthaus überschneidet –  ein Ort der Hoffnung

Weitsicht und Überschneidungen

Dieses Element drückt eine Art zeitlosen und transzendentalen Wert aus, den der Raum des Zuchthauses  evoziert und personifiziert. Das Zuchthaus hat einen unverwechselbaren Genius loci, der das menschliche Bedürfnis verstärkt, in Zeiten des Lebens innezuhalten, sich zu fragen und einen tieferen Zusammenhang zu erkennen, ein Bedürfnis des Kontakts „zu etwas Höherem“. Natürlich trägt dazu auch die tragische Geschichte bei, wo im Angesicht des oft unverständlichen menschlichen Leidens auch das Bedürfnis entsteht, einen tieferen Sinn der Geschehnisse, einen festen Wertepunkt zu entdecken. Bereits in der Aufteilung der einzelnen Trakte, wo sich direkt im Zentrum, im Herzen des Objekts eine Kapelle befindet, verbirgt sich eine gewisse spirituelle Dimension. Der Kloster-Charakter des Objekts, wo die einzelnen Zellen („Zelle“ kann eine Gefängnis- oder Mönchszelle sein) den zentralen Sakralraum umgeben, verstärkt diese Linie. Das Erlebnis von gewisser Überschneidung, Transzendenz, dem Bewusstsein tieferer Werte muss jedoch nicht unbedingt mit einer konkreten religiösen Lehre verbunden sein. Es kann z. B.  auch Ausdruck kreativen Erstaunens sein, der Demut des Künstlers, der weiß, dass seine Fähigkeiten ein Geschenk sind.  Auf einer bestimmten Ebene hat das Zuchthaus dann nicht nur seine tragische Position, sondern auch eine kontemplative, spirituelle und im Grunde reinigende Rolle. Auch diese Position kann zu einer verstärkten Wahrnehmung des Zuchthauses nicht nur als einen vom tragischen Kontext belasteten Ort beitragen, sondern auch als einen Ort der Hoffnung, der sinnvollen Schöpfung, die auf dem Bewusstsein tieferer Werte beruht. Für ein „neues“ Leben des Zuchthauses ist diese positive Position grundlegend.